FORUM BETRIEBLICHE GESUNDHEITSFÖRDERUNG

Fachinformationen, Weiterbildung & Know How

Archiv für die Kategorie ‘Krankenhaus’

Tagung: Rauchfreies Krankenhaus

Geschrieben von Blogger - Dezember 27, 2007

TAGUNG

Das rauchfreie Krankenhaus – planen, umsetzen, leben

Veranstalter: Nationale Konferenz der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, durchgeführt von der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V.

Zeit: 19./20.02.2008

Ort: Hotel Aquino, Hannoversche Str. 5b, 10115 Berlin

Weitere Informationen:

Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V.

E-Mail: mg@bvpraevention.de    

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Tagung: Betriebliche Gesundheitsförderung im Pflegesektor

Geschrieben von Blogger - Oktober 17, 2007

TAGUNG: “Gesundheit als Erfolgsfaktor für die Wohlfahrtspflege “- Berlin 23.10.2007

Motivierte und leistungsfähige Beschäftigte sind ganz besonders in der Wohlfahrtspflege gefordert, wo Menschen für das Wohlergehen anderer Menschen verantwortlich sind. So stehen beispielsweise Pflegeeinrichtungen ganz besonders unter wirtschaftlichem Druck, leiden unter Personalmangel und sehen sich dabei gleichzeitig einer wachsenden, älter werdenden und damit hoch anspruchsvollen Patientengruppe gegenüber.

In diesem Zusammenhang kommt einer gesundheitsorientierten Personalpolitik mit Management-Prinzipien zur umfassenden, nachhaltigen Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz ein immer größerer Stellenwert zu. In vielen Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie auch in anderen Bereichen der Wohlfahrtspflege werden bereits Konzepte und Maßnahmen zur Verhältnis- bzw. Verhaltensprävention umgesetzt. Erfolge zeichnen sich ab, sowohl wirtschaftlich als auch personell. Innovative Ansätze und wertvolle Erfahrungen bleiben jedoch häufig nur vereinzelt, obwohl sie durch gute Vernetzung erweitert und optimiert werden können.

Genau dies ist das Ziel des DNBGF und seiner Kooperationspartner – den Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung herauszustellen und neue Initiativen anzuregen.

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Demographie Management in der Gesundheitswirtschaft

Geschrieben von Blogger - September 12, 2007

Wenn ältere Ärzte ältere Patienten behandeln
Kongress an der Universität Witten/Herdecke weist am 20. September 2007 Wege für ein Demographie-Management in der Gesundheitswirtschaft

 

Der demographische Wandel betrifft die Gesundheitswirtschaft gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen gilt sie als Boombranche, weil immer mehr ältere Menschen auch mehr medizinische Versorgung benötigen. So könnte allein in Nordrhein-Westfalen die Zahl der Gesundheitsarbeitsplätze in den nächsten zehn Jahren um bis zu 200.000 steigen. Gleichzeitig ist dieser Sektor ein Spiegelbild der deutschen Gesellschaft, in der bis zum

Jahr 2010 fast jede dritte Erwerbsperson älter als 50 sein wird. Die Herausforderungen, die sich durch ältere Belegschaften bei gleichzeitigem Nachwuchsmangel ergeben, sind Thema des Kongresses “Demographie-Management in der Gesundheitswirtschaft – Neue Konzepte und Instrumente für Führung und Organisation” am 20. September 2007 an der Universität Witten/Herdecke (UWH). “Das Wachstumspotential, das der Gesundheitsbranche durch den demographischen Wandel zuwächst, können die Kliniken nur dann nutzen, wenn sie schon jetzt damit beginnen, sich um ihre älteren Mitarbeiter zu kümmern”, sagt Dr. Sabine Bohnet-Joschko von der veranstaltenden Forschungsgruppe Nachhaltigkeit der UWH. Wer nicht ins Hintertreffen geraten wolle, so Bohnet-Joschko, brauche ein professionelles Demographie-Management. Das gilt neben Krankenhäusern auch für andere Institutionen und Firmen der Gesundheitswirtschaft – von Pflegeeinrichtungen über Pharma- und Medizintechnikunternehmen bis hin zu Krankenversicherungen.

Auf dem Kongress sollen Manager und Personalverantwortliche Anregungen bekommen, wie sie die demographische Entwicklung als Chance nutzen und daraus Wettbewerbsvorteile für die eigene Organisation entwickeln können. Einen Schwerpunkt des Kongresses bilden Beispiele aus der Praxis, die schon jetzt zeigen, welche Wege die besten und am meisten Erfolg versprechenden sind. In Vorträgen präsentieren Experten ihre Erfahrungen und Analysen aus der Gesundheitswirtschaft und anderen Branchen. In Workshops werden Instrumente und Modelle des praktizierten Demographie-Managements zur Diskussion gestellt und im Hinblick auf ihre Übertragbarkeit in Organisationen der Teilnehmer geprüft. Stichworte für Handlungsfelder, um sich auf die neue demographische Situation einzustellen, sind Weiterbildung und Wissensmanagement, Arbeitsorganisation und Gesundheitsförderung, aber auch das Miteinander der Generationen innerhalb der Belegschaft.

Die Forschungsgruppe Nachhaltigkeit kooperiert bei der Ausrichtung des Kongresses mit dem Demographie Netzwerk (ddn), der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), dem personalmagazin, der Dr. Becker Klinikgesellschaft und der Marie-Luise und Ernst Becker-Stiftung. Zielgruppe des Kongresses sind neben Managern und Personalverantwortlichen auch Mitarbeiter aus dem betrieblichen Gesundheitsmanagement, Sicherheitsfachkräfte, Betriebsärzte und Betriebsratsangehörige. Programm und Anmeldeformular für den Kongress zum Thema “Demographie-Management in der Gesundheitswirtschaft” (demig) unter: www.demig.info .

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Wiener Gesundheitspreis 2007

Geschrieben von Blogger - August 29, 2007

    

Gesundheitspreis der Stadt Wien

 

Der Gesundheitspreis der Stadt Wien würdigt neue, erfolgreiche und innovative Modelle, Projekte und Aktivitäten im gesamten Wiener Gesundheitssystem, die die Motivation aller im Gesundheitsbereich Tätigen fördern und Anregungen für beziehungsweise Antworten auf die Probleme des Gesundheitswesens finden. Der Preis ist handlungs- und umsetzungsorientiert.

Zielgruppen

Zur Teilnahme aufgerufen sind:

  • Im Wiener Gesundheitswesen Tätige (Gesundheitsberufe, Gesundheitsmanagement)
  • Initiativen und Gruppen, die sich mit Fragen der Gesundheit beschäftigen
  • Schulen, Interessenvertretungen, Betriebe, Vereine, Versicherungen sowie Medien, die Gesundheitsaktivitäten setzen

Preiskategorien

Für die interessantesten und innovativsten Vorschläge in folgenden Bereichen werden erste, zweite und dritte Preise vergeben:

  • Ambulant
  • Stationär
  • Gesundheitsförderung/Prävention
  • Schule/Jugend
  • Medien/Öffentlichkeitsarbeit

Kriterien

Gesundheit ist mehr als das Fehlen von physischer Erkrankung. Sie umfasst die gesamte physische, psychische, soziale und ökologische Umgebung des einzelnen Menschen. Auf Basis dieses erweiterten Gesundheitsbegriffes der WHO stehen folgende Kriterien im Mittelpunkt des Gesundheitspreises:

  • Stärkung der Autonomie und Selbstbestimmung der Patientinnen und Patienten
    • Verbesserung der Beurteilungsfähigkeit über die eigene Krankheit sowie über Prävention, Therapie und Rehabilitationsmöglichkeiten
    • Verbesserung der Fähigkeit, die Qualität und Verträglichkeit der diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Versorgung beurteilen zu können
    • Verstärkte Information über alternative beziehungsweise komplementäre Behandlungsformen und -methoden und deren Kosten
    • Adäquates Eingehen auf psychosoziale und psychosomatische Probleme
    • Verminderung der sozialen und kulturellen Ungleichheit
    • Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Unterschiede
    • Entwicklung adäquater schicht-, alters- und morbiditätsspezifischer Modelle für die Gesundheitsförderung und Rehabilitation
    • Berücksichtigung des Grundsatzes “Rehabilitation vor Pflege” bei älteren Menschen
    • Humaner Umgang der im Gesundheitswesen Tätigen mit Sterben und Tod
  • Verbesserung der Zusammenarbeit innerhalb der Gesundheitsberufe und Gesundheitssektoren
    • Sektoren- und berufsübergreifende Partizipation und Verantwortlichkeit
    • Patienten- und problemorientierte Vernetzung zwischen ambulantem und stationärem Sektor
    • Integration zwischen den Angeboten des Gesundheitswesens und den Hilfssystemen der Patientinnen und Patienten/Selbsthilfegruppen
  • Verstärkung der Kommunikation und Information
    • Abbau von Wissensdefiziten zwischen professionellem und nicht-professionellem Bereich
    • Vereinfachung der Verwaltungsverfahren und -abläufe
  • Sicherung von Qualität und Wirtschaftlichkeit
    • Entwicklung von Qualitätsleitlinien zur Vermeidung von Mehrfachdiagnostik und Übertherapie
    • Problem- und patientenorientierte Arbeitsteilung im ambulanten und stationären Bereich
    • Initiierung eines verteilungspolitisch neutralen und ökonomisch rationalen Systems zur Krankenhausfinanzierung

Ausschreibung

Die Ausschreibungsunterlagen für den Gesundheitspreis der Stadt Wien 2007 stehen ab September 2007 zur Verfügung. Die Einreichfrist endet am 16. November 2007. Bitte senden Sie den Teilnahmeschein mit den darin erbetenen Informationen und Materialien an die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (WAG).

 teilnahmeschein-2007.rtf 

 

 

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12. Konferenz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser

Geschrieben von Blogger - Juni 15, 2007

 

 12. Österreichische Konferenz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen  gleichzeitig   1. Österreichische Konferenz Rauchfreier Gesundheitseinrichtungen  „Strategien, Standards und Messinstrumente für Gesundheitsförderung in Gesundheitseinrichtungen“ 

TERMIN/ ORT:  27.9.2007 – 28.9.2007, Graz. 

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Buchrezension: “Diversity Management in der Gesundheitsförderung”

Geschrieben von Blogger - April 24, 2007

 

Thomas Altgeld, Bärbel Bächlein, Christiane Deneke (Hrsg.): Diversity Management in der Gesundheitsförderung. Zielgruppen und Zielgruppengenauigkeit im Wandel. Mabuse Verlag (Frankfurt am Main) 2006. 179 Seiten. ISBN 3-938304-23-5. 21,90 EUR.   

Entstehungshintergrund  Anlass der Publikation des vorliegenden Sammelbandes war das 100-jährige Vereinsjubiläum der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e. V. im Jahr 2005, deren Geschäftsführer, Thomas Altgeld, einer der Herausgeber ist. Zwei Vorworte, eines von Ministerin Ursula von der Leyen, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und eines von Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), stellen u. a. die Wichtigkeit des in dem Buch behandelten Themas heraus und weisen auf damit einhergehende Anforderungen an sowie Herausforderungen für die Akteure in der Gesundheitsförderung hin.  Thema   Prävention (Krankheitsverhütung) im Sinne einer generellen Vermeidung eines negativen Gesundheitszustands umfasst alle zielgerichteten Maßnahmen und Aktivitäten, die eine bestimmte gesundheitliche Schädigung verhindern, weniger wahrscheinlich machen oder verzögern. Ziel der Prävention ist die Verringerung der vermeidbaren Krankheitslast und damit die Erhöhung der behinderungsfreien Lebenserwartung. Während Prävention eine gezielte Vermeidung von Krankheiten bzw. Gesundheitsstörungen durch eine Reduktion von Belastungen und Risiken anstrebt, setzt Gesundheitsförderung nach der Ottawa Charta der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor allem bei der Stärkung der sog. salutogenen Gesundheitsressourcen und -potenziale an. Dies bezieht sich zum einen auf den einzelnen Menschen (höheres Maß an informierter und kompetenter Selbstbestimmung, Empowerment) und zum anderen auf gesellschaftliche Ebenen (z. B. persönliches Lernumfeld, politisch-administrative Veränderungen der Rahmenbedingungen) mit dem Ziel, ungenutzte Potentiale in der Gesundheits- und Lebenserwartung beim Einzelnen und gesundheitliche Ungleichheit auf der Bevölkerungsebene zu reduzieren.   Beide Ansätze, der krankheitsorientierte und der ressourcenorientierte, zielen – mit unterschiedlichen Blickwinkeln und verschiedenen Strategien – auf die verbesserte Gesundheit des Einzelnen sowie der Bevölkerung ab und sind als einander ergänzend zu betrachten. Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention erreichen jedoch meistens vor allem Menschen mit höherem Bildungsniveau und entsprechend besser ausgeprägtem Gesundheitsbewusstsein. Zielgruppen mit bestimmten Ausgangslagen (z. B. ältere Menschen, Personen mit niedriger Ausbildung, Männer) werden dagegen kaum erreicht und bedürfen jeweils einen besonderen Zugang.  Besonders im angelsächsischen Bereich ist die aus den USA stammende Strategie des Diversity Management vor allem in größeren, international operierenden Unternehmen zu finden. Diversity Management will die vorhandene Vielfalt und Heterogenität innerhalb von Belegschaften verwenden, um u. a. Vorteile bei der Nutzung von Mitarbeiterpotenzialen und damit auch Vorteile im Wettbewerb zu schaffen. Neben Unterschieden des Personals bzgl. Alter, Geschlecht und Nationalität werden auch die verschiedenen Talente, Lebenseinstellungen etc. berücksichtigt. Die bestehenden Unterschiede zwischen den Mitarbeitern sollen als strategische Ressourcen zielgerichtet eingesetzt werden, z. B. bei der Produktentwicklung oder bei der Lösung komplexer Probleme. Den Herausgebern des vorliegenden Buches zufolge “bedeutet dies Übertragen auf den Bereich der Gesundheitsförderung eine genauere Definition von Zielgruppen und eine stärkere Berücksichtigung ihrer Verschiedenartigkeit (Diversität). Vor allem müssen Unterschiede in Hinblick auf kulturelle Herkunft, Alter, Geschlecht, Religion, Behinderung, sexuelle Orientierung, aber auch sozialem Status stärker berücksichtigt werden.”     

Aufbau  Die Einleitung der drei Herausgeber streift die Vereinsgeschichte der Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e. V., weist auf die Bedeutsamkeit von Diversity Management in der Gesundheitsförderung hin und stellt kurz die folgenden Buchbeiträge inhaltlich vor. Nach dieser Einführung gliedert sich der Sammelband in drei Teile mit den Überschriften:  Grundlagen, Welche Diversitäten müssen in der Gesundheitsförderung und Prävention verstärkt Berücksichtigung finden? sowie Anwendungsfelder und Praxisbeispiele.  (1) Grundlagen   Prof. Dr. Peter Gross (Seminar für Soziologie, Universität St. Gallen, Schweiz) weist in seinem Buchbeitrag zunächst auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen hin: Eine Aufsplitterung und Segmentierung moderner Gesellschaften ist zu verzeichnen, u. a. durch eine ausgeprägte Individualisierung. Er stellt dar, dass die Identifizierung von Zielgruppen schwieriger geworden sei, da eine Heterogenisierung der Lebensstile und -entwürfe sowie eine Aufsprengung der gewohnten Selbstverständlichkeiten stattgefunden habe. Dies bedeute für die Ausschöpfung der präventiven Potenziale eine neue Herausforderung. Eine Einführung in das Thema Diversity bei Organisationen liefert Michael Stuber (Unternehmensberatung Ungleich Besser Diversity Consulting), der in seinem Beitrag zunächst eine Definition des Begriffes Diversity liefert. Danach steht Diversity “für ein Gesamtkonzept, das auf die bestmögliche Berücksichtigung von Vielfalt zum Wohle einer Organisation anzielt.” Der Autor zeigt vier Dimensionen von Diversity auf ((1) Organisation (z. B. Arbeitsplatz und -bedingungen), (2) Markt und Konsum (z. B. Kaufkraft, Wünsche, Konsumtyp), (3) Arbeit und Beschäftigung (z. B. Lerntyp, Karriereziele) sowie (4) Persönliches und Lebensführung (z. B. Muttersprache, Familienstand, soziales Umfeld)), und geht anschließend detaillierter auf vier Gründe für Diversity ein ((1) wirtschaftliche, (2) rechtliche und (3) gesellschaftliche Herausforderungen sowie (4) Vorteile für die Organisationen). Zum Ende des Beitrages wird die praktische Umsetzung von Diversity innerhalb einer Organisation dargestellt, die gleichzeitig “von oben” und “von unten” erfolgen müsse. Es wird darauf hingewiesen, dass eine exakte Übertragung eines Diversity Management von einem zum anderen Unternehmen nicht möglich sei.    Thomas Altgeld (Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e. V.) weist zu Beginn seines Beitrages darauf hin, dass die meisten gesundheitsförderlichen und präventiven Interventionen oftmals diejenigen Personen ansprächen, die sich bereits gesundheitsbewusst verhielten. Die Wichtigkeit, solche Zielgruppen zu erreichen, die große Bedarfe bzgl. Gesundheitsförderung und Prävention aufzeigen, wird ausgeführt. Dabei ist das bestehende Problem zu lösen, diese Zielgruppen auch mit entsprechenden gesundheitsförderlichen Angeboten zu erreichen. Altgeld überträgt Diversity Management auf die Gesundheitsförderung und versteht darunter eine genauere Definition von Zielgruppen und eine stärkere Berücksichtigung ihrer Verschiedenartigkeit. So müssten vor allem Unterschiede im Hinblick auf kulturelle Herkunft, Geschlecht, Alter, Religion, Behinderung, sexuelle Orientierung und dem sozialen Status stärker berücksichtigt werden. Beispiele für schwer Erreichbare werden genannt, ein ausführlicherer Fokus wird auf die Armut gelegt. Danach folgt eine längere Abhandlung zur Geschichte der Landesvereinigung, die allerdings einen klaren Bezug zu Diversity vermissen lässt. Bevor der Beitrag mit den Herausforderungen für Gesundheitsförderung und Prävention schließt, wird aber noch auf die gesundheitsförderliche Setting-Arbeit in Schulen eingegangen.     

 (2) Welche Diversitäten müssen in der Gesundheitsförderung und Prävention verstärkt Berücksichtigung finden?  Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey (Institut für Medizinische Soziologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin) zeigt zunächst auf, welche Auswirkungen der demografische Wandel u. a. auf die Gesundheit der Bevölkerung hat. So sei die höhere Lebenserwartung z. B. mit einem Anstieg der chronischen Leiden, psychischer Erkrankung und Pflegebedürftigkeit verbunden. Als Folge änderten sich auch die Anforderungen an die Gesundheitsförderung und Prävention im Alter, bei denen es um eine verbesserte Vitalität und Lebensqualität gehe. Es wird dargestellt, dass es auch im Alter Unterschiede der Inanspruchnahme und Durchführung gesundheitsförderlicher und präventiver Maßnahmen zwischen Männern und Frauen gibt. Dies wird anhand von drei Beispielen verdeutlicht: (1) Ältere Frauen leisten mehr soziale Unterstützung, (2) ältere Frauen sind häufiger von Armut betroffen sowie (3) ältere Männer begehen häufiger Suizid. Der Beitrag zeigt auf, wo gesundheitsförderliche und präventive Maßnahmen bei älteren Menschen, auch unter Genderaspekten, ansetzen können.   

 

Dr. Andreas Mielck (Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen, GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit) legt in einer kurzen Einführung dar, dass Personen mit niedrigem sozialen Status (d. h. niedriger Bildung, niedriger beruflicher Stellung und/oder niedrigem Einkommen) oft einen schlechteren Gesundheitszustand aufweisen würden, sie kränker seien und früher sterben würden als Personen mit höherem sozialen Status. Obwohl empirische Ergebnisse belegten, dass soziale Benachteiligung ein gesundheitlicher Risikofaktor ist, seien die Gründe für die Ursachen noch nicht hinreichend geklärt und infolgedessen sei die Ableitung konkreter präventiver Maßnahmen schwierig. Nach Mielck müssten dazu die Zielgruppen spezifischer definiert werden. Er weist u. a. darauf hin, dass unterschiedliche Altersgruppen gesondert zu analysieren seien, zudem müsse der Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Gesundheitszustand sowie die Ursachen gesundheitlicher Ungleichheit sowie die Wirkung von Maßnahmen zu ihrer Verringerung untersucht werden. Ausführlicher geht der Autor auf die Kombination von Sozialstatus und Geschlecht ein. Dabei stellt er dar, wie der soziale Status bei Frauen und Männern erfasst werden kann und welche Schwierigkeiten sich bei der Erhebung ergeben können. Die spezifischere Definition von Zielgruppen (z. B. in Alter und Geschlecht und Nationalität) in Untergruppen führe jedoch zu immer kleineren Gruppen, die allerdings unter sozial-epidemiologischen Gesichtspunkten eines bevölkerungsbezogenen Ansatzes nicht zu klein werden sollten. Mielck weist somit u. a. darauf hin, dass eine immer weitergehende Differenzierung von Zielgruppen eine große Herausforderung sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis bedeute, die am besten dann angegangen werden könne, wenn Wissenschaft und Praxis zusammenarbeiteten.  Prof. Dr. Petra Kolip (Institut für Public Health und Pflegeforschung, Universität Bremen) und Dr. Ellen Kuhlmann (Zentrum für Sozialpolitik, Abt. Geschlechterpolitik im Wohlfahrtsstaat, Universität Bremen) stellen die Wichtigkeit der Berücksichtigung von Genderaspekten bzgl. präventiver Maßnahmen in ihrem Beitrag anhand von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. So seien Risikofaktoren zumeist nur mit Bezug auf Männer definiert, präventive und rehabilitative Angebote richteten sich oftmals nach den Bedürfnissen und Lebenssituationen der Männer. Detaillierter geht der Beitrag auf die Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein und führt, z. B. anhand von Hypertonie und Rauchen, vorhandene gesundheitliche Unterschiede von Frauen und Männern aus. Mit Herzsportgruppen und Ernährungsberatung werden präventive Maßnahmen aufgezeigt, die bislang aus unterschiedlichen Gründen meistens auf Männer zugeschnitten seien und Defizite für frauenspezifische Interventionen aufwiesen. Die Autorinnen kommen zu dem Schluss, dass eine gendersensible Perspektive in der Prävention und Gesundheitsförderung dringend angezeigt sei.  Prof. Dr. Theda Borde (Alice Salomon Fachhochschule Berlin) diskutiert den Einfluss des eigenen kulturellen Hintergrundes auf die Nutzung der gesundheitlichen Versorgung. Ihres Erachtens ist die Frage danach, welchen Einfluss der Migrationshintergrund, die soziale Lage einer Person oder ihre Zugehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit auf die Inanspruchnahme bzw. den Zugang zur gesundheitlichen Versorgung sowie zu gesundheitsförderlichen Maßnahmen hat, bisher nur unzureichend geklärt. Gründe dafür lägen vor allem in der fehlenden Beteiligung der betroffenen Personen an der Konzeption und Durchführung von Maßnahmen sowie in sprachlichen und soziokulturellen Kommunikationsproblemen, die sich z. B. zwischen Patienten mit Migrationshintergrund und Ärzten ergäben. Anhand der Ergebnisse zweier ausführlich beschriebener Studien (Analyse der Versorgungssituation gynäkologisch erkrankter deutscher und türkischer Frauen im Krankenhaus, Untersuchung zur Inanspruchnahme klinischer Notfallambulanzen durch deutsche Patienten und Patientinnen und Migranten und Migrantinnen) zeigt die Autorin auf, welche Faktoren und Aspekte für eine wirkungsvolle Gesundheitsförderung sowie für die Erreichbarkeit von Migranten und Migrantinnen oder für Angehörige ethnischer Minderheiten berücksichtigt werden müssen.   

(3) Anwendungsfelder und Praxisbeispiele   Dr. Michael Drupp (AOK-Institut für Gesundheitsconsulting) grenzt zunächst Diversity Management und betriebliches Gesundheitsmanagement voneinander ab. Anschließend geht er der Frage nach, inwieweit Ansätze des Diversity Management im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements bei kleineren und mittleren Betrieben umgesetzt werden können. Dabei werden Möglichkeiten und Grenzen von Diversity aufgezeigt. Die jeweils kürzeren Beiträge der Ärztekammer Niedersachsen, des BKK Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, des IKK-Landesverbandes Niedersachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, der Landwirtschaftlichen Krankenkasse Niedersachsen-Bremen und der VdAK/AEV – Landesvertretung Niedersachsen e. V. zeigen u. a. bestehende gesundheitsförderliche und/oder präventive Maßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen (z. B. Obdachlose, Flüchtlinge, Migranten und Migrantinnen) auf. Einige der präsentierten Maßnahmen scheinen dem umfassenden Ansatz von Diversity jedoch tatsächlich nicht gerecht werden zu können.    Fazit  Der Sammelband liefert einen guten Einblick in und Überblick über bisherige und aktuell durchgeführte Maßnahmen zur Erreichung verschiedener Zielgruppen in der Gesundheitsförderung und Prävention. Zudem weist er auf bestehende Wissenslücken und fehlende praktische Umsetzungen hin und zeigt somit zukünftige Herausforderungen für im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention tätige Personen auf. Es wird somit ein aktuelles Thema angesprochen und deren Wichtigkeit für alle Akteure herausgestellt. Zu hinterfragen ist jedoch, ob und wie das umfassende, eigentlich aus dem organisationalen Kontext stammende Konzept des “Diversity Managements” tatsächlich auf die Gesundheitsförderung und Prävention angewendet werden kann. Auch in diesem Sammelband wird Diversity zumeist auf Organisationen und deren Personal bezogen, seine konkrete Umsetzung bzgl. gesundheitsförderlicher und/oder präventiver Maßnahmen und deren anzusprechenden Zielgruppen bleibt an vielen Stellen unkonkret. Letztlich ist zu hinterfragen, ob der Begriff “Diversity Management” nicht lediglich einen Anglizismus für den häufiger auch im vorliegenden Buch verwendeten Begriff der “Zielgruppenspezifität” darstellt. Somit ist das Thema für die Gesundheitsförderung und Prävention nicht unbedingt neu, eine Auseinandersetzung praktisch und wissenschaftlich tätiger Gesundheitsexperten ist aber durchaus zu begrüßen. Ein abschließendes Fazit der Herausgeber zur Verbindung der Beiträge sowie eine Darstellung bisher erreichter Ziele sowie zukünftiger Herausforderungen der Zielgruppenspezifität im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention wäre wünschenswert gewesen.      

 

Rezensentin
Dipl. oec. troph. Martina Plaumann, MPH
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Stiftungslehrstuhl Prävention und Rehabilitation in der System- und Versorgungsforschung an der Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Medizinische Hochschule Hannover

Homepage www.mh-hannover.de/spr.html      

 

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